„Klimalöwe – Bergheim macht sich stark! ein Motto, dass zukünftig nicht nur bei städtischen Veranstaltungen im Sinne des Klimaschutzes verwandt werden soll“, so die Bürgermeisterin Maria Pfordt bei der Preisverleihung, die in einer feierlichen Atmosphäre im Ratssaal am 30.11.09 stattfand.
Die Bürgermeisterin hatte die sechs Preisträger in den Ratsaal eingeladen. Gemeinsam mit Herrn Probst von der Gertec Ingenieurgesellschaft führte sie durch den Abend. Zur Auflockerung wurde Jacomo, ein Aktionskünstler aus Kerpen, engagiert.
Bei der Laudatio zu den einzelnen fünf Preisträgern wurde schnell deutlich, auf welch unterschiedliche Weise sich Menschen in Bergheim für den Klimaschutz einsetzen. Die Jury bestehend aus Vertetern der EnergieagenturNRW, der Verbraucherzentrale Bergheim und der Kreisstadt Bergheim hat zusätzlich zu den fünf Preisträgern noch einen Sonderpreis an den Schüler Simon Faßbender vergeben. Dieser setzt sich, neben seinem Engagement in der Schule, für das Thema Klimaschutz auch in seiner Freizeit auf Veranstaltungen und bei den Pfadfindern ein. Er erhielt neben einer Urkunde einen Gutschein für freien Eintritt in die Bergheimer Bäder.
Der Erftverband wurde für verschiedene Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung in seinem Verwaltungssitz Bergheim ausgezeichnet. So können u.a. mit einer Holzhackschnitzelheizung, moderner umweltfreundlicher Kühltechnik, Wärmedämmmaßnahmen, der Installation einer Photovoltaikanlage und zwei Blockheizkraftwerken jährlich über 7100 Tonnen CO2 eingespart werden.
In kleinerem Stil konnte der Kindergarten Rasselbande aus Glessen mit dem Mobilitätsprojekt „Auf Kinderfüßen durch die Welt“ die Jury überzeugen. Als einziger städtischer Kindergarten hat er das Projekt fest in die Jahresplanung der Einrichtung aufgenommen und durch eigene Ideen ergänzt. Im Kindergarten wurden Waldtage und Verkehrstage durchgeführt. Die Erzieherinnen stellten fest, dass etliche Kinder ihre Eltern auch über das Projekt hinaus davon überzeugen konnten, das Auto häufiger stehen zu lassen.
Die Projekte der Gesamtschule Bergheim wurden im Rahmen eines Wettbewerbs zur Energieeffizienz „Gemeinsam geht’s schlauer“ entwickelt und zeigten auf eindringliche Weise wie viel Spaß es machen kann, sich mit dem Thema Energie auseinanderzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler „forschten und entwickelten“ nicht nur im Unterricht, sondern auch in ihrer Freizeit. Eine Gruppe baute einen Energiefuchs, der anzeigt, wenn die Raumtemperatur überschritten wird. Die zweite Gruppe entwarf und baute Designerlampen, die mit Energiesparlampen bestückt werden können, ohne unattraktiv zu werden. Die dritte Gruppe forschte zum Thema „Energieverlust durch Fenster“ und baute spezielle Kästen, an denen der Wärmeverlust bei unterschiedlichen Glastypen anschaulich gezeigt werden kann. Dieses Projekt, das die Schülerinnen und Schüler auch in ihrer Freizeit beschäftigte hat aus Sicht der Jury eine große Vorbildfunktion auch für andere Schulen.
Der vierte Preisträger, ein Ehepaar aus Bergheim, Waltraud und Jörg Hohn, hat sich mit einer innovativen und umweltfreundlichen Heiztechnik auseinandergesetzt. Die Jury fand es bemerkenswert, dass das Ehepaar bereit war mit erheblichem finanziellen Aufwand in eine innovative und umweltfreundliche Technik zu investieren, die erst in diesem Jahr auf den Markt gekommen ist. Die so genannte „Sunmachine“ ist eine Pelletheizung, die gleichzeitig mit Hilfe eines Sterlingmotors Strom produziert. Zusätzlich hat das Ehepaar zur Warmwassergewinnung eine solarthermische Anlage installieren lassen. Aus Sicht der Jury regt ein solches Engagement ebenfalls zur Nachahmung an.
Der fünfte Preisträger, die Firma Faßbender GmbH, setzt sich seit vielen Jahren für Klimaschutz ein und hat sich auf den Bereich umweltfreundlicher und erneuerbarer Technologien im Heizungsbereich spezialisiert. Als praxisnahe Informationsmöglichkeit über moderne umwelt-freundliche Heiztechnik hat die Firma Fassbender im Jahr 2008 das Energiezentrum Bergheim eröffnet. Mit den verschiedenen umweltfreundlichen „Heizquellen“ wird ein Mehrfamilienhaus versorgt. Dies spart jährlich ca. 70 Tonnen CO2. Die Jury betonte, dass das Energiezentrum einen großen Nutzen für Bergheim hat, da sich alle Interessierten, auch Schulklassen, praxisnah über die neuen Techniken informieren können.
Die Bürgermeisterin hofft: „…dass das Engagement der ersten Preisträger viele zum Nachahmen anregt und auch im nächsten Jahr wieder interessante und innovative Projekte gewürdigt werden können“.