Keyvisual background

Pressemeldungen

Die Fahrradwerkstatt – eine Erfolgsgeschichte

Sozialdienst als Wiedergutmachung

Im September 2014 wurde in Bergheim das Resozialisierungsprojekt „Fahrradwerkstatt“ für straffällig gewordene Jugendliche gestartet. Nach drei Jahren wurde jetzt Bilanz gezogen. Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte. Jeden Samstag von 9.00 bis 15.00 Uhr arbeiten in der Fahrradwerkstatt bis zu 6 Jugendliche. Gebrauchte Fahrräder werden dort repariert und später einem gemeinnützigen Zweck zugeführt. Damit kommen die Jugendlichen ihrer Verpflichtung nach, einen Ausgleich zu erbringen für den gesellschaftlichen Schaden, der mit ihrer Straftat entstand. 80 Prozent der Bergheimer Jugendlichen konnten ihre Sozialstunden in der Fahrradwerkstatt ableisten. Abbrüche kommen so gut wie nicht vor. 134 Jugendliche haben die Maßnahme durchlaufen, rechnet man die aktuellen hinzu, sind es 155. Betreut werden die Jugendlichen von dem Werkpädagogen Uwe Schiefer, dem es gelingt, zu den Jugendlichen eine gute Beziehung aufzubauen und sie mit großer fachlicher und pädagogischer Kompetenz unterstützt.

Viel praktisches Wissen wird erworben, aber gleichzeitig auch wichtige andere Kompetenzen, die junge Menschen für ihren Lebensweg brauchen: zuverlässig und pünktlich zu sein, mit Konflikten umzugehen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und eine konstruktive Haltung zu entwickeln. Die Projektidee zur Fahrradwerkstatt entwickelte sich aus der guten Zusammenarbeit des damaligen Staatsanwaltes für den Ort, Christof Degenhardt und den Mitarbeiter/innen der Jugendgerichtshilfe der Kreisstadt Bergheim.

Vielfach können straffällig gewordene Jugendliche „ihre Strafe“ in Form von Sozialstunden bei einer gemeinnützigen Einrichtung ableisten. Da in diesen Einrichtungen kein Personal mehr zur Verfügung stand, um die Jugendlichen bei ihren Sozialstunden zu betreuen, mussten sie stattdessen immer mehr in den Beugearrest. Das war keine gute Lösung für die jungen Menschen: Denn sie bedeutete hohe Kosten und keinen pädagogischen Nutzen. Deshalb hat die Kreisstadt Bergheim im September 2014 das Resozialisierungsprojekt „Fahrradwerkstatt“ ins Leben gerufen. Zum Glück konnte ein bereits sehr erfahrener und aktiver sozialer Träger den Verein ASH-Sprungbrett das Projekt übernehmen.

Finanziert wird das Projekt durch Geldbußen. Während in anderen Kommunen die gesetzlich verankerte Aufgabe der Resozialisierung durch Arbeitsauflagen immer schwieriger wird, kann in Bergheim eine stabile und pädagogisch sinnvolle Einsatzstelle genutzt werden.

Auskunft erteilt:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation, Bürgerbeteiligung

Christina Conen

Telefon: 02271- 89 651

E- Mail: christina.conen@bergheim.de

Fachauskunft erteilt:

Soziale Arbeit, Beratung und Therapie

Angelika Klein (Abteilungsleiterin)

Telefon: 02271 / 89 520

E-Mail: angelika.klein@bergheim.de

zurück