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Großer Zwischenerfolg für Bergheim und die Region

Auch wenn es das lang erwartete Gesetz zur Gestaltung und Finanzierung des Strukturwandels noch nicht gibt: Die Kreisstadt Bergheim hat zwei Projektanträge für das SofortprogrammPLUS eingereicht, die – wie bereits berichtet - beide zur weiteren Beratung durch den Aufsichtsrat der ZRR an die Landesregierung empfohlen wurden.

Was steckt hinter den Projekten? Hier eine kurze Einführung in die Projektinhalte:

INKA :terra nova – Klimahülle. Das interkommunale Gewerbegebiet mit dem Leuchtturmprojekt Klimahülle entsteht in Kooperation mit den Städten Bedburg und Elsdorf und dem Rhein-Erft-Kreis

Auf Basis einer kombinierten Nutzung von Sümpfungswässern aus dem Tagebau und Photovoltaik liefert die Klimahülle ein weitgehend energieneutrales Konzept. Durch ihre adressbildende architektonische Erscheinung soll sie für die Rheinische Braunkohleregion als Standort für zentrale Einrichtungen und Organisationen dienen und gleichzeitig den ehrgeizigen und zukunftsgerichteten Charakter der Region im Strukturwandel verkörpern.
Dr. Ruth Laengner, Leiterin der Stabsstelle für Strukturwandel, Klimaschutz und :terra nova der Kreisstadt Bergheim, stuft den Charakter der Klimahülle als „Möglichkeit zur Verschmelzung von etablierten Unternehmen, Startups, aber auch Forschung, Lehre sowie wichtigen Institutionen des Reviers, wie zum Beispiel die Internationale Bau und Technologieausstellung“ ein.
Auch durch die Auswahl der Industriezweige, welchen die Möglichkeit gegeben werden soll, die Klimahülle und das interkommunale Kompetenzareal INKA :terra nova zu bespielen, zeigt sich sowohl die zukunftsrelevante Ausrichtung des Vorhabens, als auch das Bewusstsein der regionalen Besonderheit und des lokalen Know Hows. Hier sollen speziell Unternehmen aus den Themenfeldern Energie, Bioökonomie und Medizintechnik ihre Heimat finden.
Das gesamte Projekt erhält durch die in Aussicht stehende Förderung einen gewaltigen Schub. Und dieser Schub wird der Motor für die notwendige Veränderung in der Kernregion des Rheinischen Reviers.

Dazu passt, dass die Klimahülle Firmensitz der neu zu gründenden Gemeinschaftsstadtwerke sein könnte, die als 2. wichtiges Projekt Einzug in das SofortprogrammPLUS hielt.

Digitales Gemeinschaftsstadtwerk (DiGeSt) - im Kraftraum :terra nova für Bergheim in Kooperation mit Elsdorf und Bedburg

Die Kreisstadt Bergheim plant gemeinsam mit den Stadtwerke Bergheim GmbH unter Beteiligung der Städte Elsdorf und Bedburg die Gründung eines gemeinsamen Stadtwerkes und den Voll-Erwerb und Eigenbetrieb der Strom- und Gasnetze auf der Verteilnetzebene. Ziele des Vorhabens sind mittelfristig CO2-Neutralität und eine größtmögliche Energie- und Versorgungssicherheit, von Erzeugung bis Verbrauch in der Region. Dabei soll die Integration erneuerbarer Energien maximal forciert werden und ein regionales, systemdienliches (virtuelles) Flächenkraftwerk „Kraftraum :terra nova entstehen.

Zudem sollen über Digitalisierung der Energieversorgungsnetze neue Dienstleistungsmodelle eingesetzt und weiterentwickelt werden, die nach Wegfall der Braunkohlekraftwerke vermehrt durch die dezentralen Erzeuger und Speicher im Verteilnetz erbracht werden müssen.
Die Netzstabilität, Versorgungssicherheit und bezahlbare Strom- und Gaspreise sind wichtige Eckpfeiler des geplanten Vorhabens.

Die beteiligten Städte sind in besonderer Weise und in verschiedenen sozio-ökonomischen Bereichen vom Ausstieg aus dem Abbau und der Verstromung der Braunkohle betroffen. Allein mit Blick auf die RWE Power AG- Mitarbeiterzahlen (2.235 Mitarbeiter) der drei Städte ergibt sich eine hohe volkswirtschaftliche Abhängigkeit. Ebenso sind ca. 7.000 Arbeitsplätze der Partner & Zulieferer der RWE Power AG betroffen. Durch die ersten Abschaltungen der Kraftwerksblöcke bis 2023 trifft der Kohleausstieg die Städte besonders hart und besonders früh bezogen auf Arbeitsplätze, Kaufkraft und Wirtschaftsstruktur. Bis die letzten Kraftwerksblöcke im Jahr 2038 abgeschaltet werden muss es gelingen, die Versorgungssysteme von einer zentralen zu einer dezentralen Energieversorgung umzubauen und so schnell wie möglich entsprechende Lösungen zu generieren. Hierzu Volker Mießeler, Bürgermeister Kreisstadt Bergheim: „Neben einer sicheren und bezahlbaren Versorgung der Bürger in der Region mit Strom und Gas steht für alle Beteiligten vor allem der Erhalt und Neuschaffung von Arbeitsplätzen in der Region im Fokus. Durch die neu zu gründenden Gemeinschaftsstadtwerke können eine Vielzahl von neuen, hochwertigen Arbeitsplätzen in den Kernkompetenzen der Energiewirtschaft der Region entstehen. Zudem entstehen neue Arbeitsplätze im örtlichen Handwerk und Mittelstand. Ziel muss es sein auch nach dem Kohleausstieg die Wertschöpfung in der Region zu erhalten“.

Die Gespräche zur Gründung der gemeinsamen Stadtwerke sind weit fortgeschritten. Eine Gründung der Stadtwerke zum 01.01.2021 ist ausdrücklich definiertes Ziel!

Weitere Projekte aus dem Sofortprogramm PLUS, die einen örtlichen Bezug zu Bergheim haben, wurden vom Aufsichtsrat der ZRR der Landesregierung zur Förderung empfohlen:

Hierzu gehören unter anderem die Stadtbahn von Köln nach Niederaußem für die der NVR Antragsteller ist, das Wärmespeicherkraftwerk StoreToPower im Zusammenwirken mit RWE sowie die Errichtung eines Großlabors für Spitzenanalytik im Rheinischen Revier unter Beteiligung eines erfolgreichen Bergheimer Unternehmens.

Neben dem SofortprogrammPLUS existiert mit dem Starterpaket Kernrevier eine weitere Förderlinie im Rahmen des Strukturwandels.

Die Kreisstadt Bergheim hat am Mittwoch den 27.05. eine detailliert ausgearbeitete Projektskizze zum Kraftraum-Shuttle in das Starterpaket Kernrevier eingebracht, nachdem im Rahmen einer intensiven Abstimmung zwischen Bürgermeister, Wirtschaftsministerium und Verkehrsministerium des Landes, der Bezirksregierung, und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier diese Projektskizze aus drei bereits im Vorfeld eingereichten Ideen priorisiert wurde. Durch diese Form der Meinungsfindung hat das Kraftraum-Shuttle bereits frühzeitig eine breite Basis der Zustimmung gefunden:
Das Bewusstsein, durch ein weitergedachtes und angepasstes Verkehrssystem, den Strukturwandel sowohl technisch, als auch klimaschutzoptimiert anzunehmen und voranzutreiben, führte zu dieser Projektidee. Ausgeschriebenes Ziel ist es, eine Plattform aufzubauen, die on-demand Shuttle Verkehr koordiniert und preisgünstig anbieten kann. Zunächst soll in Bergheim diese Plattform aufgesetzt und getestet werden. Die Shuttle sollen dann per App oder Anruf buchbar sein und Bürgerinnen und Bürger flexibel und bequem innerhalb eines noch festzulegenden Radius in der Kreisstadt transportieren. Nach der Pilotphase in Bergheim soll das Konzept innerhalb der Projektförderung von drei Jahren auch in zwei weiteren Kommunen getestet werden. Starkes Interesse haben dabei Rommerskirchen und Titz bekundet. Die Plattform ist so ausgelegt, dass nach Ende der Projektphase weitere Kommunen den Shuttle Service nutzen können. Hierdurch entstehen durch gemeinsame Nutzung der Plattform für die einzelnen Kommunen weniger Kosten, als bei entsprechenden Insellösungen. Langfristig soll es dadurch möglich sein das Auto im ganzen Revier stehen lassen zu können und dennoch schnell von A nach B zu kommen und in den Oberzentren Köln oder Düsseldorf sein. Für das Rheinische Revier entsteht dadurch ein enormer Standortvorteil für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Industrie und Wirtschaft.
„Hiermit wollen wir als Kreisstadt Bergheim einen ersten und richtungsweisenden Beitrag für einen polyzentrischen Ansatz in der Verkehrswende setzen.“ wie Bürgermeister Volker Mießeler das Projekt Kraftraum-Shuttle beschreibt.

Auskunft erteilt:
Bürgermeister
Volker Mießeler
Telefon: 02271-89 449
E-Mail: volker.miesseler@bergheim.de

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