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25 Jahre Gleichstellungsarbeit bei der Kreisstadt Bergheim

Im Frühjahr 1988 beschloss der Rat der Kreisstadt Bergheim den ersten Frauenförderplan für die Bediensteten der Stadtverwaltung, der mittlerweile bereits mehrere Male fortgeschrieben wurde. Er hat immer Gültigkeit für 3 Jahre.
Seit nunmehr 25 Jahren wird bei der Kreisstadt Bergheim eine frauen- und familienfreundliche Personalpolitik ermöglicht. So werden beispielsweise viele unterschiedliche Arbeitszeitmodelle zur besseren Gewährleistung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf praktiziert; auch die Tele- und Heimarbeit oder das stundenweise Arbeiten während der Elternzeit werden nach Möglichkeit eingeräumt. Dies gilt für Frauen und Männer gleichermaßen.
Vor 25 Jahren gab es aber nicht nur den ersten Frauenförderplan für die Verwaltung; seit dem 24.06.1988 hat die Stadtverwaltung auch eine Gleichstellungsbeauftragte. Mittlerweile ist nach Anne Müller, Gisela Thewald und Gisela Arleth, die viel Pionierarbeit leisteten, seit Ende 2008 mit Hildegard Lipphardt die vierte Frau mit dieser Aufgabe betraut worden.
Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt bei allen Vorhaben und Maßnahmen der Verwaltung mit, die die Belange von Frauen berühren oder Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frauen und Männern haben. Sie nimmt eine vielfältige Querschnittsaufgabe innerhalb der Verwaltung wahr und kümmert sich selbstverständlich auch um die Belange und Probleme der Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet. So informiert, berät und unterstützt sie Frauen und Männer z. B. bei Konflikten und schwierigen Situationen in der Familie und am Arbeitsplatz, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder beim Wiedereinstieg in den Beruf.
Sie ist darüber hinaus beschäftigt mit der Organisation der Veranstaltungsreihe „Famose Frauen", in der besondere Frauen aus den Bereichen Musik und Kabarett im Medio auftreten, der Planung und Durchführung des Girls`Day und des Boys`Day sowie der Kooperationsarbeit mit Verbänden etc.
In den letzten 25 Jahren haben sich vielfältige Veränderungen in der Gleichstellungspolitik vollzogen, so dass man sich fragen könnte: Ist Gleichstellung nicht längst erreicht; gibt es überhaupt noch Handlungsbedarf? Diese Frage kann mit ja beantwortet werden. In Deutschland prägen nach wie vor traditionelle Rollenvorstellungen die gesellschaftlichen Strukturen, nicht selten leider zu Ungunsten der Frauen. Die gleichberechtigte partnerschaftliche Aufteilung in Familie und Beruf ist auch heute noch eher die Ausnahme und damit ein sehr wichtiges gleichstellungspolitisches Thema. Frauen arbeiten überdurchschnittlich oft in Teilzeitjobs, weil ansonsten Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind. Der berufliche Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz und der Elternzeit kann ebenfalls schwierig sein, der Karriereknick ist häufig vorprogrammiert. Der Frauenanteil in Führungsfunktionen ist immer noch viel zu gering. Ein weiteres großes Thema der Zukunft wird, bedingt durch den demographischen Wandel, auch die Vereinbarkeit von Beruf und der Pflege von erkrankten Angehörigen sein. Denn auch diese Arbeit wird hauptsächlich von den Frauen geleistet.
Fazit der Bürgermeisterin und der Gleichstellungsbeauftragten: Es muss unser gemeinsames Ziel bleiben, dass Gleichberechtigung im Lebensalltag nicht nur Wunsch ist, sondern auch praktiziert wird. Eine zeitgemäße Gleichstellungsarbeit muss auf Chancengleichheit für Frauen und Männer hinwirken. Hier gibt es auch zukünftig Handlungsbedarf für alle Gleichstellungsbeauftragten.

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