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"Mit Hurra in den 1. Weltkrieg"

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Die Schauspielerin und Diseuse ALMUT GRYTZMANN singt, liest und spricht auf Einladung der Volkshochschule Bergheim und der Stadtbibliothek Lieder, Texte, Feldbriefe, Kommentare zum 1. Weltkrieg vor 100 Jahren (1914 - 1918):
Wer vermag sich heute - 100 Jahre danach - noch vorzustellen, mit welcher Begeisterung die Mehrheit der Deutschen, vor allem aus bürgerlichen Kreisen (und hier vor allem junge Studenten) damals der angeheizten Propaganda der Generalität des deutschen Kaiser Wilhelms II folgten und als Freiwillige in den „Vaterlands-Krieg" zogen. Als Feind war der „Rest der Welt" ausgemacht: Franzosen, Engländer und die Russen; später kamen noch die Amerikaner dazu.
Schlagworte wie „Stahlgewitter", „Materialschlacht", „Dolchstoßlegende" kennzeichneten die Kriegs-Rhetorik. Das deutsche Kaiserreich wurde von Generälen dominiert, die die Soldatenheere zu Land, in der Luft und im Wasser ins totale Verderben trieben. Am Ende dieser mörderischen „Vernichtungsschlachten" stand die totale Kapitulation mit bis zu 17 Millionen Toten und Millionen von Verkrüppelten und psychisch Kranken.
Erstaunlich war, dass sich nur sehr wenige deutsche Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler dem, von den Generälen und der Rüstungsindustrie der „Ruhr-Barone" angeheizten Kriegswahn entgegenstellten. Entsprechend Kriegs-Euphorisch gebärdeten sich u. a. Gerhard Hauptmann, Rainer-Marie Rilke, Thomas Mann, Arnold Zweig, wie auch zu Anfang Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Herrmann Hesse. Der Dichter Georg Trakl fiel bereits im ersten Kriegsjahr, der Maler Franz Marc zwei Jahre später. Robert Musil pries die „Treue, Mut, Unterordnung und Pflichterfüllung", Alfred Döblin verfluchte noch 1918 alle, die das Wort „Frieden" in den Mund nahmen. Lediglich Künstler und Schriftsteller wie George Grosz, Ricarda Huch, Johannes R. Becher, Arthur Schnitzler, Franz Werfel oder Heinrich Mann (und später auch Otto Dix) traten eindeutig der geschürten Kriegshysterie der Generäle und des Bürgertums entgegen und wurden dementsprechend als „Vaterlandsverräter" gebrandmarkt.
Haben wir heute - 100 Jahre später - etwas dazugelernt?
Almut Grytzmann hat über den 1. Weltkrieg Lieder und Texte vieler bekannter Autoren wie Bertolt Brecht, Käthe Kollwitz, Frank Wedekind, Ernst Toller, Erich Mühsam, Kurt Tucholsky etc. und viele andere Zeitzeugnisse ausgewählt und präsentiert im Rahmen des Literaturherbstes 2014 am 30. September um 20.00 Uhr in der Stadtbibliothek Bergheim ihr aktuelles Programm aus einem fiktiven Hörfunkstudio in einer kritischen und satirischen Collage, deren eindeutige Botschaft lautet: „Nie wieder Krieg!"
Veranstalter sind die VHS und die Stadtbibliothek Bergheim. Der Eintritt beträgt an diesem Abend 7,00 € / erm. 5 €. Karten sind in der Stadtbibliothek und in der Volkshochschule Bergheim erhältlich.

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