Keyvisual background

Jüdisches Leben in Bergheim

Ein Schülerprojekt des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek

2021 wurde deutschlandweit das Jubiläumsjahr „1700 Jüdisches Leben in Deutschland“ gefeiert, um ein Zeichen gegen den immer noch anhaltenden Antisemitismus zu setzen. Auch der Rhein-Erft-Kreis beteiligte sich mit den „Jüdischen Kulturwochen“ vom 23. September bis 25. November 2021. So haben das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek Bergheim in Kooperation mit der Tanzschule Belaro und der freien Journalisten Andrea Floß ein interkulturelles Projekt zum Thema „Jüdisches Leben in Bergheim“ gestartet - gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Bergheim und ihrer Lehrerin Elisabeth Amling.  Im Fokus des Q1-Projektkurses „Zeitzeugen“ standen Recherchearbeiten, Familienforschung und Interviews, die einen kleinen Einblick vermittelten.  Gleichzeitig lernten die Jugendlichen durch einen Tanzworkshop mit Inessa Bergs die fröhliche Seite der jüdischen Kultur kennen. In den nächsten Jahren soll das Projekt weiter fortgeführt werden.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Bergheims

Die ersten Hinweise auf Juden und Jüdinnen in Bergheim lassen sich bereits im Mittelalter finden, doch erst im 18. Jahrhundert etabliert sich eine feste jüdische Gemeinde in der Stadt. Bereits ein Jahrhundert später sind die Juden in der Stadtgemeinde integriert: Sie stellen Ratsmitglieder, behandeln die Bergheimer in ihren Arztpraxen und kämpfen im I. Weltkrieg für ihr Vaterland, das Deutsche Kaiserreich. Erst die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren führte zu einer langsamen Abwanderung der Gemeindemitglieder in die größeren Städte. Mit der Übernahme der Nationalsozialisten begann auch in Bergheim die Verfolgung der Juden und Jüdinnen in der Stadt. Vierzig Männer, Frauen und Kinder aus Bergheim im Alter von sechs bis 86 Jahren wurden Opfer des Holocausts. Gerade einmal drei Opfer überlebten das Grauen, nur einer kehrte in seine Heimatstadt zurück - Sally Simons aus Quadradth-Ichendorf, seine Nichte Rosa lebte später in Köln. Heute existiert keine aktive jüdische Gemeinde mehr in Bergheim, und es sind keine Zahlen bekannt, wie viele Menschen jüdischen Glaubens in der Kreisstadt leben.

Die Projektgruppen

Gruppe Familien

Bild vergrößern

Über zweihundert Jahre lebten jüdische Familien in Bergheim Seite an Seite mit ihren christlichen Nachbarn. In Bergheim selbst hatten sich die Falks, die Levys und die Schnogs niedergelassen, während in Quadrath die Familie Simons lebten, in Kenten die Cohens und die Blums. Zur Bürgermeisterei Paffendorf zählten die Heidts und Manuels in Niederaußem sowie die Brünells in Oberaußem. In Fliesteden hatte sich  Familie Stock angesiedelt.

Gruppe Zeitzeugen

Bild vergrößern

Eine wichtige Quelle der heutigen Geschichtsforschung sind Zeitzeugen, die historischen Ereignisse und Geschehen miterlebt haben und über sie berichten können. Im Interview erzählen Inessa Bergs und ihre Tochter über ihre jüdische Familie und Kultur. 

Gruppe Friedhöfe

Bild vergrößern

Die rituelle Bestattung ist in allen Kulturen ein essenzieller Bestandteil im Umgang mit dem Tod. Im jüdischen Glauben nimmt der Friedhof eine besondere Rolle ein, jede Gemeinde muss noch vor dem Bau einer Synagoge eine Beerdigungsstätte anlegen. Die frühere jüdische Gemeinde  in Bergheim richtete mehrere Ruhestätten ein, von denen heute nur noch vier existieren und unter Denkmalschutz stehen.

Gruppe Stolpersteine

Bild vergrößern

Die Gräueltaten der NS-Diktatur gehören zu den dunkelsten Momenten der Weltgeschichte. Unsere Aufgabe ist es heute, dieses Kapitel nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und den Opfern der NS-Zeit zu gedenken. Ein Projekt, welches sich diesem Anliegen widmet, ist das Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunter Demnig.

Gruppe jüdischer Tanz

Bild vergrößern

Musik und Tanz sind wichtige Bestandteile der jüdischen Kultur und des alltäglichen Familienlebens. Beeinflusst durch viele unterschiedliche kulturelle Einflüsse spiegeln sich in den Volks- und insbesondere in den Kreistänzen Fröhlichkeit und ein herzliches Miteinander wieder.